tRU 18: Wie weit wollen wir gehen? – Reflexive Medienbildung

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Editorial
Bildbetrachtung Jan Blaß
GRUNDLAGEN
Bildungsungleichheit und Bildungsgerechtigkeit
Allgemeine Entwicklungen unter besonderer Berücksichtigung
der Situation in der Corona-Pandemie Kai Maaz
Posthumanistische  (Medien-)Bildung? Stefan Herbrechter
Von Schulmaschinen und Medien im Unterricht Ralf Lankau
Religiöse Bildung und Digitalisierungsprozesse:
Perspektiven einer konstruktiven Medienintegration im Religionsunterricht
Jens Palkowitsch-Kühl
UNTERRICHTSPRAXIS
Wenn Software über Leben und Tod entscheidet
Autonomes Fahren als Anforderungssituation und
Lernanlass für christlich-ethisches Leben Carina Abs
Big Data und Sexualisierung
Ein fächerübergreifendes und digitales Projekt am Beispiel
von Goethes Faust Michaela Firmbach
Link-Tipps Jonas Müller
Literaturtipps Sonja Andruschak
Mediathek Filmtipps Thomas Belke

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

sie ist in aller Munde – die Rede vom digitalen Wandel, von der digitalen Transformation.Und doch scheint nicht immer klar, womit genau wir es dabei zu tun haben, wenn beispielsweise Unternehmen die Umwandlung analoger (Produktions-)Prozesse in digitale preisen oder Algorithmen unsere Kaufgewohnheiten irgend- wie sammeln und daraus vermeintlich genau das passende Neuangebot für uns persönlich generieren können .

All das macht Staunen, nicht selten aber auch Angst, weil so vieles faszinierend und undurchschaubar zugleich ist und längst alle Lebensbereiche erreicht hat, angefangen bei Wirtschaft und Industrie über Energieversorgung, Verkehr und Transportwesen bis hin zu Politik, Gesundheit und natürlich auch Bildung.

Wer verstehen will, wie die Dinge zusammenhängen, wer sich angesichts von Big Data nicht gänzlich unmündig und ohnmächtig sehen möchte, wird an einer grundständigen Medi- enbildung nicht vorbeikommen. Reflexiv sollte sie im besten Fall sein, was bedeutet, dass es um Medienkompetenz geht, die nicht nur die Vermittlung von technischem Wissen im Sinne einer effektiven Verarbeitung von Informationen oder eine optimale Handhabung von Geräten anstrebt, sondern sich mit Neugier auf Unbekanntes einlässt, produktiv und kreativ mit Unbestimmtheit umgeht und dabei lernt, kritische Perspektiven zu entwickeln, um sich am Ende im Umgang mit digitalen Medien seines eige- nen Verstandes zu bedienen – selbstbestimmt und selbst verantwortlich.

Mithin erweist sich Medienbildung aktuell als besonders drängende Herausforderung, der sich alle gesellschaftlichen Kräfte zu stellen haben, die öffentliche Schule ebenso inbegriffen wie Familie und Elternhaus. Der neue Bildungsplan für den katholischen Religionsunterricht in der Oberstufe der beruflichen Gymnasien (2021) und der Bildungsplan 2016 für allgemeinbildende Schulen bieten zahlreiche Anknüpfungspunkte, um Lernen mit und über Medien aufzugreifen, ohne dabei den Beschluss der Kultusministerkonferenz aus dem Blick zu verlieren, in dem es heißt: „die Berücksichtigung des digitalen Wandels dient dem Ziel, die aktuellen bildungspolitischen Leitlinien zu ergänzen und durch Veränderungen bei der inhaltlichen und formalen Gestaltung von Lernprozessen die Stärkung der Selbstständigkeit zu fördern und individuelle Potenziale innerhalb einer inklusiven Bildung auch durch Nutzung digitaler Lernumgebungen besser zur Entfaltung bringen zu können .“

Diese Perspektive bildet den Hintergrund, auf dem Unterricht mit und über digitale Medien zu konzipieren ist und der sich die vorliegende Publikation aus verschiedenen Perspektiven widmet. Dabei entfaltet sie Aspekte, die Lehrerinnen und Lehrern Anlass bieten, sich mit den Chancen und Gefahren fortschreitender Digitalisierung auseinanderzusetzen. Zugleich stellt sie unterrichtspraktisches Material zur Verfügung, um im Sinne einer reflexiven Medienbildung die Medienkompetenz von Schülerinnen und Schüler zu fördern, etwa zum Thema Autonomes Fahren oder zum Umgang mit digitalen Daten .

Denn wenn es um die Frage geht, wie weit wir die Digitalisierung vorantreiben wollen, dann werden wir nicht umhinkommen uns einzugeste- hen, dass die Möglichkeiten, ihre rasante globale Dynamik aufzuhalten, nicht in unserer Macht

steht . Was aber gelingen kann, ist, Kinder und Jugendliche zu befähigen, mündig und verant- wortungsbewusst mit den von ihnen tagtäglich genutzten digitalen Medien umzugehen und sich kritisch mit den Folgen digitaler Transformation auseinanderzusetzen .

In diesem Sinn wollen die Beiträge dieser Publikation verstanden werden. Und in diesem Sinn ist reflexive Medienbildung  ein wichtiger Bestandteil religiöser Bildung.  Denn es gilt, sich „in der Dynamik von Globalisierung, Digitalisierung und demografischem Wandel […] immer wieder neu in Erinnerung zu rufen, dass die Wirtschaft dem Menschen dient und nicht der Mensch der Wirtschaft“ (DLL 3 .8, S .  53) .

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Redaktion Dr. Sonja Andruschak, Jonas Müller
Autor / Autoren Dr. Carina Abs, Thomas Belke, Jan Blaß, Michaela Firmbach, Stefan Herbrechter, Prof. Dr. Ralf Lankau, Dr. Kai Maaz, Jens Palkowitsch-Kühl
ISBN-13 978-3-96003-197-0
Auflage 300